Unser Gehirn wertet die Informationen aus der Umgebung aus. Die Reize aus der Umwelt führen dazu, dass sich Nervenzellen verschalten.
Neuronale Verbindungen werden also geschaffen und auch wieder abgebaut. Über die Aufnahme der Reize entscheidet unser Gehirn . Für diese Selektion gibt es vier wissenschaftlich abgesicherte Kriterien:
| Lernen unter positiven Bedingungen |
Lernen unter negativen Bedingungen |
| Gefühle |
Gefühle |
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Gefühle steuern unser Verhalten in hohem Maße. Je positiver ein Reiz emotional besetzt ist, desto eher wird er beachtet.
Eine wesentliche Rolle spielt die Belohnungserwartung. Unser Gehirn reagiert auf Erfolg mit der Ausschüttung von Serotoninen. Je wahrscheinlicher eine externe Belohnung oder ein Erfolg ist, desto eher kommt es zum Lernen.
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Gefühle steuern unser Verhalten in hohem Maße. Je negativer ein Reiz emotional besetzt ist, desto weniger wird er beachtet oder desto stärker wird er abgelehnt.
Bei Misserfolg unterbleibt die Ausschüttung von Serotoninen. Je unwahrscheinlicher eine externe Belohnung oder ein Erfolg ist, desto weniger kommt es zum Lernen. Wozu soll sich der Organismus anstrengen, wenn es für ihn keinen Vorteil bringt?
Kinder müssen häufig auf das vage Versprechen einer Belohnung in einer unbestimmten Zukunft hin lernen. Dies reicht als einziger Antrieb nicht aus. Je weniger direkt spürbare positive Effekte der Einzelne erlebt, desto weniger wird er an den Zweck des Lernens glauben.
Viele Kindern erfahren nicht nur keine Konsequenzen, sondern auch negative Konsequenzen - Strafen, Demütigung, Misserfolg etc. Damit wird Lernen blockiert, denn eine weitere negative emotionale Komponente kommt hinzu: Angst oder Furcht.
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| Unser Gehirn reagiert auf Neuigkeiten. Auf bekannte Reize reagiert das Gehirn weniger stark. Der Einzelne ist erheblich aufmerksamer und aufnahmebereiter, wenn er Neues erwartet. |
Wenn Lernen in einer monotonen Umgebung erfolgt, deren Gestaltung dem Gehirn keine Überraschung mehr bietet und auch keine Erwartung auf Neues aufkommen lässt, arbeitet es in Routinen und energetisch gesehen auf Sparflamme. Die Aufmerksamkeit lässt nach und es kommt selbst bei Routinetätigkeiten zu Fehlerhäufungen.
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| Im Kontext von Körperkontakt und Lachen werden Reize vom Gehirn als positiv gewertet. In ihrer Anwesenheit ist nicht zu erwarten, dass der Organismus Schaden nehmen wird. Sie haben beim Menschen die Funktion des Kraulens übernommen. Es kommt zur Ausschüttung von Opiaten. Es kommt zum Wohlfühlen und zur Entspannung. |
Bei fehlender Nähe, einer ablehnenden oder Distanz oder Feindseligkeit signalisierenden Körperhaltung oder Mimik gerät das Gehirn in einen emotionalen Alarmzustand, der Organismus stellt sich auf Flucht oder Abwehr ein um sich vor der Gefahr zu schützen. In dieser Situation kann das Gehirn keine neuen Reize verarbeiten. Wen interessiert schon in Gegenwart des zähnefletschenden Hundes das neue Kinoprogramm? Das Gehirn setzt jetzt unbewusste Programme in Gang, auf die der Einzelne keinen Zugriff mehr hat.
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| Angst und Furcht führen ebenfalls zum Lernen. Der Mensch lernt so all die Dinge meiden, die ihm schaden können. Gefahrensignale lösen Reaktionen in Gehirnarealen (Limbisches System) aus, die dem Bewusstsein nicht - oder nur auf Umwegen - zugänglich sind. Die Reaktionen sind daher nicht steuerbar oder kontrollierbar. Erfahrungen
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Die Lerneffekte sind für den Organismus meist mit nachhaltig wirkenden negativen Nebenwirkungen verbunden und wenig kontrollierbar oder steuerbar. Angst und Furcht führen häufig auch zu Blockierungen. So werden mögliche Lernerfolge wieder zunichte gemacht.
Erfahrungen, die mit Angst und Furcht verbunden sind, sind zum Teil stark verankerte Erfahrungen, die nur schwer rückgängig zu machen sind (s. Traumata)
Un Gegenwart von Angst und Furcht entsteht für den Einzelnen Stress. Stress führt zur Schädigung des Hippocampus, der für die Speicherung von Faktenwissen zuständig ist.
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| Anschlussmöglichkeiten |
Anschlussmöglichkeiten |
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Reize werden dann vom Gehirn als relevant betrachtet, wenn sie dem Gehirn eine Anschlussmöglichkeit bieten. Reize, die das Gehirn nicht deuten kann, werden ignoriert. Eigene Erfahrungen und Vorwissen spielen eine große Rolle bei der Interpretation und Selektion von Reizen.
Muster und neuronale Landkarten, die sich durch vorangegangenes Lernen gebildet haben, spielen bei der Auswahl neuer Reize eine wichtige Rolle.
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Wenn Erfahrungen oder Vorwissen fehlen oder wenn das Gehirn nicht die Möglichkeit des Anschlusses entdeckt oder geboten bekommt, kann nachhaltiges und sinnvolles Lernen nicht erfolgen. Behalten wird das, was bedeutsam ist. Wer Reizen keine Bedeutung beimisst, wird sie nicht beachten oder nicht angemessen mit vorhandenem Wissen verknüpfen.
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| Eigeninitiative |
Eigeninitiative |
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Das Gehirn sucht sich seine Informationen. Es extrahiert Regeln aus Beispielen aus der Umwelt. Dies ist nur möglich, wenn der Mensch in seiner Umwelt aktiv sein kann, wenn er in Kontakt mit den Dingen kommt, mit ihnen hantieren kann und sie erforschen kann.
Nachhaltiges Lernen setzt die Bereitschaft und aktive Einbezogenheit des Einzelnen voraus.
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Wird der Mensch daran gehindert, aktiv zu werden, die Dinge zu begreifen und sich mit ihnen zu beschäftigen, fehlen ihm wichtige Erfahrungen.
Fernsehkonsum kann - gerade bei kleinen Kindern - kein Ersatz für aktives Handeln sein. Unser Leben im dreidimensionalen Raum kann nur über Agieren im Raum erlernt werden. Das Kind muss Kausalzusammenhänge erfahren, sehen reicht nicht. Erst wenn wir die Gesetzmäßigkeit der Dinge internalisiert haben, können wir aus Medien lernen.
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| Wiederholung |
Wiederholung |
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Wiederholung verstärkt die Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Je stärker die Verbindungen werden, desto nachhaltiger ist der Lerneffekt.
Wiederholungen müssen intelligent arrangiert werden, d.h. sie müssen Möglichkeiten des Transfers bieten und möglichst viele Lernkanäle ansprechen.
Das Gehirn verarbeitet Informationen im Schlaf. Nachts erfolgt der Aufbau der Synapsen, die zum Entstehen neuronaler Netze notwendig sind.
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Wenn Wiederholung ausbleibt, bilden sich keine neuen Synapsen, der Reiz verliert an Bedeutung und die Verknüpfung wird wieder gelöscht.
Alles, was den Schlaf stört, reduziert die Möglichkeit des Lernens.
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