Unterrichtsmanagement durch nonverbale Kommunikation im Unterricht |
||||
|
Lehrerinnen und Lehrer wundern sich häufig, dass Schülerinnen und Schüler ihren Aufforderungen nicht Folge leisten, obwohl ihre Anweisungen doch klar und deutlich waren. Michael Grinder zeigt auf, dass die Schülerinnen und Schüler häufig stärker auf die nonverbalen Signale als auf die Worte der Lehrerinnen und Lehrer reagieren. Nicht nur jüngere Schülerinnen und Schüler können durch eine klare Körpersprache des Lehrers / der Lehrerin geleitet und unterstützt werden. In seinem ersten Buch "Schule erster Klasse" - Nonverbale Kommunikation im Unterricht" (2004) vermittelt Michael Grinder im ersten Teil die Grundlagen und stellt praktische Übungen vor, mit denen Lehrerinnen und Lehrer alleine arbeiten können. Im zweiten Teil bietet er ein Training der zuvor vermittelten Grundlagen an, in das Kolleginnen und Kollegen einbezogen werden. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Arbeitsblättern auf einer CD. In jedem Kapitel geht es um vier Phasen einer Unterrichtsstunde:
Im ersten Kapitel von Teil I stellte er die "Sieben Schätze", d.h. die sieben Hauptfertigkeiten des Lehrers, vor, die er dann in den weiteren Kapiteln vertieft. Die Sieben Schätze sind:
Lehrerinnen und Lehrer, die Ruhe einfordern, dabei aber selbst hin- und herlaufen, übermitteln widersprüchliche Botschaften, auf die die Schülerinnen und Schüler reagieren. Meist reagieren sie auf die non-verbale Botschaft. Lehrerinnen und Lehrer müssen also lernen, Körperhaltungen und Anweisungen in Kongruenz zu bringen. Lehrerinnen und Lehrer erleben es vielfach, dass sie gegen eine unruhige Lerngruppe anreden und dabei mit der Stimme immer lauter werden. Stimmführung und Lautstärke sind wichtige Mittel zur gezielten Übermittlung von Botschaften. Lehrervortrag und Zuhören, Melden und Zurufen haben ihre Bedeutung im Unterrichtsgeschehen. Häufig geraten die drei Formen der Interaktion allerdings durcheinander. Durch gezielte non-verbale Signale und deren Training können Lehrerinnen und Lehrer den Schülerinnen und Schülern verdeutlichen, wann welches Verhalten erwartet wird. Regieanweisungen zur Stillarbeit Lehrervortrag, Unterrichtsgespräch und Stillarbeit oder Partnerarbeit wechseln sich in einer Unterrichtsstunde ab. Für effektives Arbeiten ist es notwendig, so zügig wie möglich von einer Phase zur anderen überzugehen. Schülerinnen und Schüler nutzen diese Übergangsphasen häufig, um sich zu unterhalten und zu stören. Eindeutige non-verbale Signale können verhindern, dass für Störverhalten Raum gegeben wird. Der erfolgreiche Beginn der Stillarbeit kann innerhalb von 20 Sekunden entschieden werden. In diesen 20 Sekunden erlangen die Lehrerinnen und Lehrer die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler und geben ihre Anweisungen. Das Geheimnis der Aufmerksamkeit Gerade bei motorisch stark aktiven Kindern ist es notwendig, dass der Lehrer / die Lehrerin beruhigend auf sie einwirkt, sie aber dann auch wieder in den Arbeitsprozess einbringt. Dies können Lehrerinnen und Lehrer über einen längeren Zeitraum hinweg einüben. Lehrerinnen und Lehrer, die Macht ausüben, handeln meist konfrontativ und richten ihre Handlungen auf oder gegen die Person des Schülers. Lehrerinnen und Lehrer, die Einfluss nehmen, richten ihre Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Schülerinnen und Schüler. Sie nehmen indirekt Einfluss und sorgen dafür, dass der Schüler / die Schülerin sich wieder auf das Unterrichtsgeschehen konzentriert. Schülerinnen und Schüler, auf die Macht ausgeübt wird, klinken sich nicht selten aus dem Unterricht aus. |
||||