Lernen im Schlaf |
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Man sollte sich nicht schlafen legen, Georg Christoph Lichtenberg Hier irrte Lichtenberg, denn wir lernen im Schlaf. Sollten Sie schon vorsorglich ein dickes Buch unter Ihr Kopfkissen gelegt haben, holen Sie es bitte wieder hervor. Bevor Sie seinen Inhalt im Schlaf lernen, müssen Sie es lesen.
Anders als bisher angenommen spielt der Hippocampus, eine kleine nussförmige Region des menschlichen Gehirns, eine wesentliche Rolle beim Lernen. Hier werden im Laufe des Tages alle Informationen kurzfristig gespeichert. Im Schlaf werden die gespeicherten Daten verschoben und zugeordnet. Diejenigen neuronalen Assoziationen, die in der Wachphase gebildet worden sind, werden im Hippocampus erneut aktiviert. Hierbei arbeitet der Hippocampus eng mit dem Kortex zusammen, wo alle Eindrücke und Informationen längerfristig gespeichert werden. Anders als der Hippocampus lernt der Kortex sehr langsam. Wiederholungen sind notwendig, um Inputmuster gefestigt in eine Struktur einzuordnen, d.h. Fähigkeiten oder Wissen zu erwerben. Der Hippocampus wiederholt immer wieder die Muster, die der Kortex speichern muss. Während der Hippocampus nur eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, ist die des Kortex sehr groß. Es ist daher notwendig, dass die aufgenommenen Informationen so schnell wie möglich vom Hippocampus in den Kortex gelangen. Diese Verschiebearbeit findet in der Tiefschlafphase statt. Das Ordnen, Sortieren und Strukturieren im Kortex erfolgt dann in der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement Phase). Beide Phasen wechseln sich in einer Nacht mehrmals ab, um alle Daten zu erfassen. In der REM-Phase werden nicht nur die Bilder der letzten Tage verarbeitet, sondern auch die, die schon Tage, Wochen oder gar Jahre zurückliegen, da neue Gedächtnisinhalte nur langsam verankert werden. Traumbilder sind die wahrnehmbaren Resultate dieses Strukturierungsvorganges. Die Verankerungen sind auch nicht endgültig. Wenn neue Inhalte hinzukommen, werden bestehende Strukturen verändert oder umorganisiert. So entstehen ständig neue Vernetzungen. Zu wenig Schlaf oder gestörter Schlaf verhindert Lernen. Alkohol, Kaffee oder Tee oder Schlafmittel oder andere Medikamente verhindern einen lernaktiven Schlaf. |
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Konsequenzen für Lernen
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