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1. Beschreibung des Problems
Die Beschreibung des Problems sollte so präzise wie möglich erfolgen, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich die Situation des Ratsuchenden genau vorstellen können.
Folgende Aspekte sollten berücksichtigt werden:
- Wer hat das Problem?
- Welche Rolle spielt der Beratungslehrer / die Beratungslehrerin?
- In welchem Verhältnis steht sie zum Ratsuchenden / zur Zielperson?
- Worin zeigt sich / besteht das Problem?
- Wann tritt das Problem auf? In welchen Situationen? In Anwesenheit welcher Personen?
- Wie häufig tritt das Problem auf?
- Wer wird durch das Problemverhalten belastet / gestört?
- Was will die Zielperson - vermutlich - erreichen?
- Was will der Ratsuchende erreichen?
- Was wollen andere im Kontakt mit der Zielperson erreichen?
- Was wurde bisher getan, um das Problem zu beseitigen?
- Welche positiven Eigenschaften / Fähigkeiten zeigt die Zielperson?
Bei kollegialer Beratung in Gruppen schließt sich ein Blitzlicht an. Die Zuhörer reagieren auf den Bericht, indem sie z.B. eigene emotionale Reaktionen beim Zuhören benennen.
2. Nachfragen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Runde haben jetzt die Möglichkeit, konkrete Nachfragen zum Fall zu stellen.
3. Phase der Identifikation mit am Fall Beteiligten
Eingeleitet durch die Phrase "Ich als..." soll versucht werden, den Fall aus unterschiedlichen Perspektiven
2zum Leben zu bringen". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versetzten sich in die Rolle der am Fall Beteiligten, z.B. der Beratungslehrerin, des Schülers, des Lehrers, der Mitschüler, des Schulleiters, der Eltern etc. Auf diese Weise sollen vielfältig die möglichen Motive, Interessen, Sichtweisen und Gefühle der Beteiligten aufgezeigt werden. Hierbei können die "Beraterinnen und Berater" ihre Phantasie einsetzen, denn es geht nicht unbedingt darum, die Sichtweisen des Ratsuchenden oder der Zielperson wirklichkeitsgetreu zu erfassen. Projektionen eigener Erfahrungen oder Vermutungen sind möglich, hilfreich und wünschenswert, da sie helfen die Wahrnehmungen des Ratsuchenden / Fallgebers zu erweitern.
4. Stellungnahme des Ratsuchenden
Der Ratsuchende hat nun die Möglichkeit, zu den unterschiedlichen Äußerungen Stellung zu nehmen. Hierdurch wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Sicht des Ratsuchenden verdeutlicht und die Phase der Lösungssuche wird vorbereitet.
5. Phase der Lösungssuche
In dieser Phase formulieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Lösungsvorschläge. Die Vorschläge werden mit der Phrase "Ich als .... werde...." eingeleitet. Diese Formulierung soll deutlich machen, dass dies ein realisierbarer Lösungsversuch ist, den der Vorschlagende auch selbst durchführen würde. Durch Vermeidung des Konjunktivs soll verhindert werden, dass der Ratsuchende das Gefühl bekommt, dass unverbindliche Ratschläge über ihm ausgeschüttet werden. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt es in dieser Phase also vor dem Hintergrund ihrer Kenntnisse des konkreten Falls und ihrer eigenen Erfahrungen Lösungsvorschläge zu entwickeln.
6. Abschließende Stellungnahme des Ratsuchenden
Der Ratsuchende kann am Ende der Sitzung noch zu den Lösungsvorschlägen Stellung nehmen, indem er den Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitteilt, welche Lösungen zu ihm passen und welche er realisieren möchte.
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