"Geht es Ihnen gut oder haben Sie noch Kinder in der Schule?"
Befunde aus einer Untersuchung über Lehrerverhalten, das Schüler und manche Eltern krank macht.
Volker Krumm & Kirstin Eckstein
Zur Fragestellung
Wer kennt nicht den klassischen Vers von Wilhelm Busch, mit dem "Max und Moritz" beginnt:
"Ach, was muss man oft von bösen
Kindern hören oder lesen..."
Er galt nicht nur zu Zeiten Wilhelm Buschs, sondern zu allen Zeiten vor ihm. Er gilt auch heute und wird gelten, solange es Kinder und Jugendliche gibt. Über "unmotivierte", "verhaltensauffällige", "gestörte", "ausrastende", "unverschämte", "mobbende" Schüler wird seit Menschengedenken in sich ständig wandelnden Begriffen geklagt. Seit Jahrzehnten wird viel darüber geschrieben und in den vergangenen Jahren wurde zunehmend öffentlich darüber diskutiert - auch über die Opfer von "bösen Buben", zu denen sich Lehrerinnen und Lehrer zählen.
Dass es auch "unmotivierte", "verhaltensauffällige", "gestörte", "ausrastende", "unverschämte", "mobbende" Lehrerinnen und Lehrer gibt, deren Opfer Schülerinnen und Schüler sind, ist hingegen so wenig untersucht und öffentlich so selten diskutiert worden, dass von einem Tabu gesprochen werden kann (Krumm 1997; 1999a).
Als uns dieses Defizit angesichts der Flut von Texten über "Gewalt von Schülern" bewusst wurde, begannen wir uns mit einer der beiden Hauptdimensionen des Verhaltens "schlechter Lehrer" zu beschäftigen: Wir untersuchten in mehreren Studien kränkend oder verletzend erlebtes Lehrerverhalten.
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