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Erhan - ein verhaltensauffälliger Schüler
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Dieses Fallbeispiel wurde im Rahmen einer Lehrerfortbildung mit einer Gruppe von Beratungslehrerinnen und Beratungslehrern bearbeitet. Das Vorgehen orientiert sich am Schema des Beratungsprozesses.
AUSGANGSSITUATION
Auftrag:
Erhan, 6. Klasse wird von der Klassenkonferenz an die Sozialpädagogin überwiesen mit dem Auftrag, sie möge sich um seine Wahrnehmungsstörungen kümmern.
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Problembeschreibung:
Erhans Verhalten:
- In den kleinen Pausen ist Erhan aggressiv, schubst und schlägt andere Kinder
- Erhan gibt schnell auf, stört den Unterricht
- Seine Leistungen liegen im unteren Drittel, er hat intellektuelle Defizite
- Er nimmt gewisse Dinge (sein Fehlverhalten und Schulversagen) nicht wahr
- Er ist klein für sein Alter
Familiales Umfeld:
- Er bekommt von seinen Eltern keine Grenzen gesetzt, da er noch jung ist (kleiner Pascha)
- Er hat mehrere Geschwister, ein Bruder (netter Clown) verließ die Schule ohne Abschluss
- Die Eltern sprechen schlecht Deutsch
- Erhan will besser sein als sein Bruder
Interessen:
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HYPOTHESEN
- Es wird keine Hilfe vom Elternhaus zu erwarten sein
- Erhan nimmt seine Probleme nicht wahr.
- Seine Verhaltensmuster halten ihn in einem Teufelskreis,
- Er ist intellektuell überfordert und weicht in Störverhalten aus, um Anstrengungen zu vermeiden.
- Negatives Modell des Bruders.
- Er will seine Kleinwüchsigkeit überspielen.
- Fehlende Selbststeuerung / Verhaltenskontrolle
- Fehlende Grenzerfahrungen / Verwöhnung.
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FRAGEN:
1) Überlegen Sie, ob den hier formulierten Hypothesen einheitliche Kriterien zugrunde liegen.
2) Überlegen Sie, ob die Hypothesen konkret und präzise genug sind.
3) Überlegen Sie, ob Ihnen weitere Hypothesen einfallen oder wichtig wären.
4) Wird ein theoretischer Hintergrund erkennbar?
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Hypothesenprüfung und Auswahl:
Hypothesen 3,7 (8) wurden als wahrscheinlichste Hypothesen zur Erklärung des Problemverhaltens angesehen gesehen und sollen den Ausgang für weitere Maßnahmen darstellen.
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INFORMATIONSBESCHAFFUNG
Informationsquellen:
a) bei Fachlehrern,
b) Erhan
c) Sportlehrerin
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FRAGE:
Welche Informationsquellen außer den genannten können Sie sich vorstellen?
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Reihenfolge der Informationsbeschaffung:
Die Gruppe legte folgende Reihenfolge fest: a,c, b
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Methoden der Informationsbeschaffung:
- Gespräche,
- Hospitation der Soz.päd. im Unterricht (Fremdbeobachtung)
- Selbstbeobachtung durch Erhan
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FRAGE:
Welche weiteren Methoden könnten hier zur Datenerhebung herangezogen werden?
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PLANUNG DER INTERVENTION
Ziele:
- Erhans Wahrnehmungen sollen sich denen der anderen angleichen
- kleine, konkrete Verhaltensvereinbarungen sollen eingehalten werden (vereinbarteVerhaltensweisen werden in bestimmten Situationen gezeigt)
- die Ergebnisse der Fremd- und Selbstkontrolle werden verglichen und sollten zunehmende Übereinstimmungen aufweisen
- Erhan soll weniger Stress mit seinen Lehrern haben
- Der Klassenlehrer soll bei Erhan verändertes (erwartetes) Verhalten erkennen können
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FRAGEN:
Sind die Ziele deutlich genug formuliert?
Passen die Ziele zu den Hypothesen und zum Auftrag?
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Zielpersonen:
- Erhan (Prinzip der Freiwilligkeit)
- Klassenlehrer
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Helfer:
Klassenlehrer
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Maßnahmen:
Die Beratungslehrerinnen und -lehrer einigten sich auf folgende Maßnahmen:
- Bewusstmachung von Wahrnehmungsdiskrepanzen durch Vergleich der Ergebnisse in Gesprächen
- Schaffen von Anreizen
- Erteilung von Aufgaben, die bewältigt werden können
- Wahrnehmungsförderung
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FRAGEN:
1) Können die genannten Ziele mit Hilfe der genannten Strategien erreicht werden?
2) Gäbe es weitere Strategien, die hilfreich sein könnten?
3) Entsprechen die Strategien dem zugrunde liegenden Theorierahmen?
4) Sind die Strategien vertretbar in Bezug auf die Ressourcen?
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