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Aufgaben der Schulleitung in Krisen

Wenn Angst und Betroffenheit von Schülerinnen und Schülern nach traumatisierenden Ereignissen verstärkt auftreten, ist Hilfe zur Bewältigung eine fachunabhängige Aufgabe aller Lehrkräfte. Die Aufarbeitung solcher Ereignisse im Unterricht unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Fächer wird von den Lehrerinnen und Lehrern in eigener Verantwortung geleistet.

Schulleiterinnen und Schulleiter müssen darüber hinaus Bedingungen schaffen, dass die Schule insgesamt in einer Krisenzeit so weit wie möglich ihre alltäglichen Aufgaben erfüllt. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs dient nicht nur der Schule selbst, sondern hat auch eine Schutzfunktion für die Schülerinnen und Schüler.

Aktivitäten sind erforderlich in Bezug auf:


Krisenmanagement In den Schulen sollten Verabredungen getroffen werden, welche Reaktionen der Schülerinnen und Schüler in der Schule und in der Unterrichtszeit akzeptieren werden können, beispielsweise spontane Versammlungen, und welche Angebote die Schule selbst den Schülergruppen und Klassen vorschlägt.

Kollegien sollten auch wissen, welche Reaktionsformen auf Grund schulrechtlicher Bestimmungen nicht toleriert werden und wie evtl. akzeptable Lösungen für Proteste etc. erarbeitet werden können.

Koordination von aktuellen Unterrichtsgesprächen Abgesprochen werden sollte auch, wie im Unterricht auf die Krisensituation reagiert werden soll. Dass beim Fachlehrerwechsel jeder ein wenig strukturiertes Klassengespräch über die Situation und die eigene Betroffenheit führt, ist wenig hilfreich.

Umgang mit Medienvertretern Vielleicht ist es sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern Hinweise zu geben, wie sie mit Reportern umgehen sollen. Sie sind ja nicht verpflichtet bei Interviews Auskunft zu geben.

Die Kontakte zu den Medienvertretern sollten möglichst auf ein Mitglied des Kollegiums konzentriert werden, das professionell kooperieren kann. Den Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegium sollte bekannt gemacht werden, wer in der Krisensituation für die Presse- und Medienkontakte der Schule zuständig ist.


Emotionale Bewältigung
Lehrer- und Elternverhalten Lehrerinnen und Lehrer sollten bedacht sein, dass Gespräche in verständnisvoller Atmosphäre ablaufen und gleichzeitig die Gefühle von Angst, Wut, Trauer und Ohnmacht nicht weiter verstärken. Das Konzept der "Kreise der Betroffenheit" ist hierbei nützlich.

Ungefilterte Weitergabe eigener Betroffenheit und Ratlosigkeit der Lehrkräfte an die Schülergruppen kann nicht Ziel der Unterrichtsgespräche sein. Die Hilfestellung für die Schülerinnen und Schüler steht im Mittelpunkt.

Differenzierte Ausdruckformen des Verständnisses entsprechend den Altersstufen sind erforderlich.

Schulpsychologische Erfahrungen haben zu Empfehlungen für "Angemessenes Eltern- und Lehrer/-innen-Verhalten in Krisensituationen" geführt.

Elternbrief Möglicherweise ist es angebracht einen Brief an die Eltern zu senden, in dem erläutert wird, wie die Schule auf die Situation reagiert und welche Verantwortung Eltern in dieser Situation haben.

Viele Schülerinnen und Schüler brauchen in einer Krisensituation erlebbar die Nähe der Menschen, die ihnen wichtig sind. Das sind sicherlich die Freundinnen und Freunde (peers), aber auch Eltern und Geschwister. Sicherlich ist es angebracht, den Familienzeiten einen größeren Stellenwert einzuräumen. Beruhigend wirken auch Rituale, z.B. gemeinsame Mahlzeiten, die "Normalität" erleben lassen und die durch die Wiederholung stabilisierend wirken können.

Medienkonsum In Krisenzeiten sind Nachrichten besonders wichtig. Fernsehbilder können, weil ja dramatische Szenen gezeigt werden, Erregung und Verunsicherung bewirken.

Informationen über die Sachverhalte liefert auch das Radio, allerdings in weniger emotionalisierender Form. Ständige Wiederholungen dramatischer Bilder anzuschauen, bringt keine neue Information. Viele Erwachsene haben die Lähmung und Verunsicherung durch ständige Wiederholung der Bilder am 11. September 2001 selbst erlebt.

Es kann angebracht sein, die Fernsehzeiten auf ausgewählte Nachrichtensendungen zu begrenzen, um Kinder und Jugendliche nicht zu sehr zu verunsichern.


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