Kooperatives Lernen
betreut durch Carmen Druyen
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Ruhe-Signale

       

Ein Schlüssel zu gutem kooperativem Lernen ist gutes Unterrichtsmanagement. Wenn Sie den Eindruck haben, das sei ein Schwachpunkt bei Ihnen, nehmen Sie es sich nicht zu Herzen. Als Teil Ihrer Entdeckungen beim kooperativen Lernen können Sie viele Management-Strategien erwerben, die Ihnen den ganzen Tag helfen können.

Die wohl bedeutendste Strategie von allen, ist ein gutes Ruhe-Signal zu benutzen. Sie müssen einen einfachen, leichten und effektiven Weg finden, wie Sie die Aufmerksamkeit Ihrer SchülerInnen erlangen. Es muss etwas sein, das Sie über den ganzen Tag hinweg benutzen können ... etwas, auf das zu antworten, Sie Ihre SchülerInnen hin trainieren. Probieren Sie unterschiedliche aus und dann wählen Sie das, bei dem Sie bleiben wollen.

Merkmale eines guten Ruhe-Signals

  • Die SchülerInnen können es von überall her SEHEN
  • Die SchülerInnen können es HÖREN, wenn sie in Teams miteinander reden.
  • Es ist nicht allzu lästig, wenn es mehr als 15 mal am Tag benutzt wird.
  • Die SchülerInnen wissen, wie man ein Ruhe-Signal weiter verbreitet.
  • Der Raum sollte innerhalb 3 bis 5 Sekunden ruhig sein. Wenn es länger braucht, funktioniert es nicht.

Meine Lieblings-Ruhe-Signale

  • Der Lehrer hält eine Hand hoch und zählt langsam bis 3. Die SchülerInnen müssen den Lehrer ansehen, eine Hand hoch halten und einen Finger an die Lippen legen, um anderen ein Signal zu geben. Bei 3 muss es im Raum ruhig sein.
  • Der Lehrer klatscht 2 mal langsam. Die SchülerInnen klatschen als Antwort dreimal schnell (was bedeutet, dass sie mit der Arbeit aufhören müssen und die Dinge, die sie halten, niederlegen müssen).
  • Der Lehrer hält ein Regenrohr hoch und schüttelt es. Die SchülerInnen halten eine Hand hoch, um andere zu informieren. Im Raum muss es ruhig sein, sobald die letzten Steine im Regenrohr den Boden erreichen.

Andere Ruhe-Signale

  • Der Lehrer schlägt ein Windspiel oder ein Xylophon an. Die SchülerInnen halten eine Hand hoch, um den anderen zu signalisieren.
  • Der Lehrer zieht am Anfang der Woche eine Spieluhr auf. Er öffnet den Deckel und lässt sie spielen, bis es ruhig ist. Indem das mehrfach in der Woche erfolgt, läuft die Spieluhr allmählich ab. Wenn am Ende der Woche noch Musik übrig ist, verdienen die SchülerInnen 15 Minuten Freizeit.
  • Der Lehrer hält eine riesige Mickey-Mouse-Hand hoch. Die SchülerInnen heben zum Signal für andere die Hand.
  • Der Lehrer macht das Licht schnell an und aus. Die SchülerInnen drehen sich zum Lehrer.
  • Der Lehrer klingelt eine Glocke dreimal. Die SchülerInnen wenden sich dem Lehrer zu.

Wie Sie Ihren Schülern das Ruhe-Signal beibringen

Die meisten Leute erkennen nicht, dass man SchülerInnen das Ruhe-Signal beibringen muss. Sagen ist nicht Beibringen!! Sobald Sie sie in Teams bringen, sagen Sie ihnen, dass Sie ihre Aufmerksamkeit sofort erlangen können müssen, da Sie ihnen erlauben, sich zu unterhalten. Erklären Sie ihr Ruhesignal und sagen Sie ihnen, dass Sie die ersten Male die Zeit nehmen werden. Lassen Sie sie wissen, dass Sie erwarten, dass sie innerhalb von 3 bis 5 Sekunden ruhig sind und auf Anweisungen warten. Lassen Sie sie für eine Weile die Köpfe zusammenstecken und sich über irgendetwas unterhalten. Benutzen Sie nach wenigen Augenblicken Ihr Ruhe-Signal und schauen Sie vom ersten Moment an auf die Uhr. Warten Sie, bis es völlig ruhig im Raum ist und lesen Sie die Zeit ab, die es gedauert hat. Wenn es mehr als 5 Sekunden waren, sagen sie ihnen, dass sie besser werden müssen. Geben Sie ihnen ein neues Diskussionsthema und versuchen Sie es erneut. Gewöhnlich machen sie es beim nächsten Mal erheblich besser. Arbeiten Sie daran, bis sie es beherrschen.

Häufig gestellte Fragen

1. Muss ich ein Ruhe-Signal benutzen? Ich habe zuvor niemals eines benutzt. Ich warte lediglich bis meine SchülerInnen ruhig sind. Letztlich werden sie alle ruhig und ich gebe meine Anweisungen.

Ein Ruhe-Signal ist wichtig, um Zeitverschwendung zu vermeiden und um die Aufmerksamkeit während der Gruppenarbeit zu halten. Stellen Sie sich vor, Sie müssen jede Stunde 5 mal ein Ruhe-Signal verwenden und es dauert 1 Minute bis alle ruhig sind. Das sind dann jede Stunde 5 verschwendete Minuten oder 30 Minuten am Tag. Wenn Sie das mit 180 Schultagen multiplizieren, enden Sie mit 90 verschwendeten Stunden (oder 15 ganzen Tagen) – nur um zu warten, dass die Klasse ruhig wird.

2. Was sollte ich tun, wenn ich in der Sekundarstufe oder Oberstufe unterrichte? Ich glaube nicht, dass ältere Kinder auf ein Ruhesignal reagieren. Sie halten es für Babykram.

Sie müssten schon ein wenig kreativ werden, um das richtige Signal zu finden, aber es funktioniert auch mit älteren Kindern. Selbstverständlich würden Sie von ihnen nicht erwarten, dass sie die Finger an die Lippen legen wie Erstklässler! Ich habe Sekundarstufenlehrer gesehen, die sehr alberne Ruhe-Signale benutzt haben (die riesige Mickey-Mouse-Hand) und die SchülerInnen fanden es cool! Ich weiß von einem Oberstufen-Chemielehrer, der herausfand, dass Becher aus Glas schöne Töne produzieren. Er stellte einige unterschiedliche Größen auf und schlug sie in einer besonderen Art an. Ein anderer Sekundarstufenlehrer stellte mir die Idee mit dem Regenrohr vor. Finden Sie etwas, das ein kleines Geräusch macht und lassen Sie es für sich arbeiten. Sie sollten Ihren SchülerInnen auch erklären, warum Sie das Signal benutzen und sie vielleicht helfen lassen, eines zu finden.