Kooperatives Lernen
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Kooperatives Lernen und erzieherische und unterrichtliche Notwendigkeiten nach PISA

       


Dem Verhaltensrepertoire von Lehrern Kooperatives Lernen hinzuzufügen, hilft, den erzieherischen und unterrichtlichen Prioritäten zu entsprechen, die im Rahmen der PISA-Studie für erfolgreiches Lernen im 21. Jahrhundert benannt wurden.

Notwendigkeiten nach PISA Kooperatives Lernen
Zielerreichung und Erwerb von Leistungen:

Standards für den unterrichtlichen Erwerb fundamentaler Fertigkeiten wie Lese- und Rechenfertigkeiten für alle erarbeiten und bessere Ergebnisse bei nationalen Leistungsmessungen, inklusive Examensergebnissen, erreichen;

In allen Hauptfächern, in allen Jahrgangsstufen und in allen Schultypen in vielen Ländern hat es Studien zu den Lerneffekten des Kooperativen Lernens mit positivem Ergebnis gegeben. Die Frage ist - weshalb? Wenn Schülerinnen und Schüler in Gruppen arbeiten und sich mündlich ausdrücken, zeigen sich drei Vorteile: 1. die fortgeschritteneren Schülerinnen und Schüler zeigen angemessene Wege, wie sie ein Problem angehen, wie sie inhaltlichen Stoff verarbeiten und Argumente formulieren und Rechtfertigungen für ihr Vorgehen geben. Dadurch, dass sie von Gleichaltrigen befragt werden, wird den Schülerinnen und Schüler die Art des Denkens, das sie benutzen, bewusst. 2. nicht ein Einzelner denkt isoliert mit nur geringem Zuwachs über ein Problem nach, sondern eine Gruppe betrachtet ein Problem aus einer breiteren Perspektive heraus und findet mehr Möglichkeiten für Lösungen als eine einzelne Person es könnte. 3. indem unterschiedliche Aspekte einer Problemlösung diskutiert und und die besseren Schülerinnen und Schüler befragt werden können, können die schwächeren Schülerinnen und Schüler am Problemlösen teilhaben und schließlich lernen, auch ohne die Hilfe der Peers ihre Probleme zu lösen. Nelson LeGall zeigt Folgendes auf: "die einzelnen Schülerinnen und Schüler gelangen durch Ermutigung durch eine Gruppe dahin, neue und aktivere Wege auszuprobieren und sich durch soziale Unterstützung und soziale Belohnung, selbst für nur teilweise erfolgreiche Leistungen, als fähig zur Mitarbeit zu betrachten". (LeGall 1992, S.63)
Rahmenbedingungen für Lernen:

die Fähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer und die Selbstdisziplin von Schülerinnen und Schüler unterstützen und entwickeln, die schulische Umgebung so anreichern, dass sie dem Lehren und Lernen zuträglich ist;

Kooperative Lernparadigmen stellen eine Lebensphilosophie wie auch eine Lernstrategie dar. Kooperatives Lernen besagt, dass, wann immer Menschen in Gruppen zusammen kommen, ihren Bedürfnissen am besten gedient wird, wenn sie kooperativ zusammenarbeiten, um ihre Ziele zu erreichen, anstatt Konkurrenz unter den Gruppenmitgliedern zu nutzen, um Probleme zu lösen. Kooperative Lernenparadigmen beinhalten die Philosophie einer Lerngemeinschaft. (Hertz-Lazarowitz 1992)
Gleichheit und Einbeziehen:

Gleichheit fördern und jedem Schüler helfen, vom Unterricht zu profitieren, bei besonderer Beachtung der Schülerinnen und Schüler, die die Schule abzubrechen drohen, die behindert sind oder besondere erzieherische Aufmerksamkeit benötigen

Kooperatives Lernen ist mittlerweile eine akzeptierte Unterrichtsmethode, die Lernen und Leistungen in allen Fächern fördert (Cohen, 1994). Es ist erfolgreich benutzt worden, um Lernleistungen und kooperatives Schreiben (Dale, 1995; Zammuner, 1995), Problemlösen im Mathematikunterricht (Webb & Farivar, 1994), Leseverständnis (Stevens & Slavin, 1995a) und begriffliches Verständnis in Naturwissenschaften (Lazarowitz & Karsenty, 1990) zu fördern. Im emotionalen Bereich fördert es die Eingliederung in die Gemeinschaft und positive Schülerinteraktionen (Jordan & Le Matais, 1997; Shachar & Sharan, 1994) und verbessert die Einstellung zum Lernen (Fox, 1989; Sharan & Shaulov, 1990). Desweiteren beeinflusst Kooperatives Lernen die Akzeptanz von behinderten Kindern durch nichtbehinderte Kinder (Madden & Slavin, 1983; Slavin, Madden & Leavey, 1984), und es fördert Kleingruppen-Interaktionen und Unterricht von Schülerinnen und Schüler mit Autismus und Entwicklungsstörungen (Kamps, Dugan, Leonard & Daoust, 1994).
Werte und Bürgerrecht:

mit Eltern arbeiten, um Schülerinnen und Schüler Respekt vor sich selbst und anderen und ihre Abhängigkeit von Mitgliedern aus der Nachbarschaft und der Gesellschaft zu lehren und ihnen die Pflichten und Verantwortung der Staatsbürger in einer demokratischen Gesellschaft beizubringen

Kooperatives Lernen hilft Bevölkerungsmehrheiten und -minderheiten (unterschiedliche ethnische Gruppen, Männer, Frauen, traditionsgebundene und nicht-traditionsgebundene Schülerinnen und Schüler), in einer Klasse miteinander arbeiten zu lernen (Felder, 1997, Johnson & Johnson, 1972). Untersuchungen zur Effektivität des Gebrauchs des Kooperativen Lernens bei Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher ethnischer Hintergründe haben ergeben, dass viele Vorteile von dieser Methode ausgehen (Slavin, 1980). Weil Schülerinnen und Schüler regelmäßig und unter Anleitung aktiv beim Erforschen von Themen und miteinander Interagieren einbezogen werden, sind sie in der Lage, ihre Unterschiede zu verstehen und zu lernen, wie aufkommende soziale Probleme gelöst werden können. (Johnson & Johnson 1985b).
Lernen fürs Leben:

Schülerinnen und Schüler mit grundlegenden Fertigkeiten, Einstellungen und Erwartungen ausstatten, die notwendig sind, eine Gesellschaft zu verändern und Kreativität und Ehrgeiz unterstützen

Der ganze Schwerpunkt des Kooperativen Lernens liegt darauf, Schülerinnen und Schüler aktiv in den Lernprozess einzubeziehen. Wann immer zwei oder mehr Schülerinnen und Schüler versuchen, ein Problem zu lösen oder eine Antwort auf eine Frage zu finden, werden sie in einen Prozess erklärenden Lernens einbezogen. Sie interagieren miteinander, tauschen Ideen und Informationen aus, suchen zusätzliche Informationen aus, treffen Entscheidungen über die Arbeitsergebnisse und präsentieren der ganzen Klasse ihre Ergebnisse. (Slavin 1990)Kooperatives Lernen betrachtet Lernen aus einer schülerzentrierten Philosophie heraus, um die Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen, indem die Schülerinnen und Schüler in den Unterricht einbezogen und ermutigt werden, auch außerhalb des Unterrichts zu kooperieren. Der Lehrer dient eher als Ressource und Helfer denn als Experte. Es ist keine passive Rolle für den Lehrer. Kooperatives Lernen erfordert ein großes Maß an Planung und Vorbereitung auf Seiten des Lehrers, um Übungen zu finden, die helfen die Schülerinnen und Schüler, durch den Unterrichtsstoff zu führen. Das Ziel besteht darin, die Schülerinnen und Schüler auf das Niveau des Lehrers zu heben und in ihnen die hohe Erwartungshaltung zu schaffen, dass sie die Fähigkeit haben, Wissen eigenständig zu erwerben. (Felder, 1997)
Text als Download Quelle: Research on Cooperative Learning and Achievement: What We Know, What We Need to Know, Robert E. Slavin Center for Research on the Education of Students Placed at Risk, Johns Hopkins University, October 1995