Kooperatives Lernen
betreut durch Carmen Druyen
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Positive Abhängigkeit - Positive Interdependence

     

Die erste Anforderung an effektiv strukturierten kooperativen Unterricht liegt darin, dass Schülerinnen und Schüler glauben, dass sie gemeinsam sinken oder schwimmen. Innerhalb von kooperativen Lernsituationen haben Schülerinnen und Schüler zwei Verantwortungen:

  • den zugewiesenen Stoff zu lernen,
  • sicher zu stellen, dass alle Mitglieder der Gruppe den zugewiesenen Stoff lernen.

Der Fachbegriff für diese doppelte Verantwortung ist positive Abhängigkeit. Positive Abhängigkeit besteht, wenn Schülerinnen und Schüler wahrnehmen, dass sie derart mit den anderen Gruppenmitgliedern verbunden sind, dass sie nicht erfolgreich sein können, wenn ihre Kameraden es nicht sind (und umgekehrt) und / oder, dass sie ihre Anstrengungen mit denen der anderen Gruppenmitglieder koordinieren müssen, um eine Aufgabe zu vollenden. Positive Abhängigkeit fördert eine Situation, in der Schülerinnen und Schüler: 1) sehen, dass ihre Arbeit Gruppenmitgliedern nützt und die ihrer Kameraden ihnen hilft, und 2) in kleinen Gruppen zusammenarbeiten, um das Lernen aller Mitglieder zu maximieren, in dem sie ihre Ressourcen einbringen, um gegenseitige Unterstützung und Ermutigung zu geben und ihren gemeinsamen Erfolg zu feiern. Wenn positive Abhängigkeit deutlich verstanden wird, bewirkt sie, dass:

  • die Anstrengungen jeden Gruppenmitglieds notwendig und unabdingbar für den Gruppenprozess sind (d.h. es kann keine Mitläufer geben)
  • jedes Gruppenmitglied einzigartig zum gemeinsamen Erfolg beiträgt aufgrund seiner Ressourcen und / oder Rollen- bzw. Aufgabenverantwortung.

 
Die Originaltexte von Roger und David Johnson sind auf deren Website nachzulesen.

Roger und David Johnson haben eine Reihe von Studien durchgeführt, um die Natur der positiven Abhängigkeit und die relative Kraft der unterschiedlichen Typen der positiven Abhängigkeit zu erforschen
(Hwong, Caswell, Johnson & Johnson, 1993; Johnson, Johnson, Ortiz, Johnson, 1986a, 1986b; Mesch, Lew, Johnson,& Johnson, 1986).

Ihre Forschung weist auf Folgendes hin:

"Positive Abhängigkeit liefert den Kontext innerhalb dessen fördernde Interaktion stattfindet. Gruppenmitgliedschaft und interpersonale Interaktion zwischen den Schülerinnen und Schüler bringen keine höheren Leistungen hervor, wenn die positive Abhängigkeit nicht klar strukturiert ist."
(Johnson et al.)

"Die Kombination aus Ziel- und Belohnungsabhängigkeit erhöht die Leistungen gegenüber Zielabhängigkeit alleine und Ressourcenabhängigkeit steigert die Leistung nicht, wenn keine Zielabhängigkeit vorliegt."

Es gibt eine Vielzahl von Wegen, positive Abhängigkeit innerhalb einer Lerngruppe zu steigern.

Neun Varianten positiver Abhängigkeit

Das Ziel, positive Abhängigkeit zu entwickeln, ist von größter Wichtigkeit! Es beschreibt die kooperative Beziehung unter den Teammitgliedern. Ohne positive Abhängigkeit ist Kooperatives Lernen nicht möglich. Sie sollte von den Schülern als bedeutsam und interessant angesehen und verstanden werden.

Verschiedene Varianten positiver Abhängigkeit für den Lernprozess angemessen zu strukturieren bedeutet, das Wesen und den Zweck einer Unterrichtsstunde ebenso wie die Fähigkeiten der Schüler und ihre Sozialkompetenzen zu berücksichtigen.

Positive Abhängigkeit im Sinne eines "Gemeinschaftsgefühls" ist eine Wahrnehmung, die die meisten Schüler empfinden und als solche benennen, wenn sie darüber nachdenken, warum Menschen positiv miteinander umgehen. Diese Wahrnehmung verstärkt sich durch fortwährende Übung.

Positive Abhängigkeit kann als "Instrument" eingesetzt werden, um Probleme zu lösen. Wenn Gruppen nicht effektiv sind, hilft es Schülern und Lehrern oft, wenn sie ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf das lenken, was getan werden könnte, um die Situation zu verbessern.